Monthly Archives: Februar 2017

Datenschutz vor Fortschritt?

Freitag, der 24. Februar 2017

Datenschutz vor Fortschritt

Digitalisierung geht selten ohne den warnenden Zeigefinger des Datenschutzes einher. In Deutschland, das eines der strengsten Datenschutzgesetze weltweit für sich reklamiert, ist daher eine mangelnde Bereitschaft zur Datenfreigabe zu erkennen.

„Jeder will Daten nutzen, aber keiner will sie zur Verfügung stellen“. Dieses grundlegende Problem sieht Jack Thoms vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz vor allem in der Logistikbranche als echtes Hindernis an. Gerade dort sei es aber wichtig, diese untereinander auszutauschen. Auf dem Mediaevent von Teradata und Siemens zur Digitalisierung in der Transport- und Mobilitätsbranche war er mit dieser Meinung nicht allein: Tom Fastner von der Teradata stellt diese Zurückhaltung sogar innerhalb der Unternehmen fest. Wird Deutschland aufgrund seiner Datenschutzbestimmungen zum zum „digitalen Entwicklungsland“, wie es Kanzlerin Angela Merkel kürzlich formuliert hat? Neidisch blickt man hier ins Silicon Valley, wo wesentlich freizügiger mit den Daten umgegangen wird.  Dort darf man sich die Daten von anderen Unternehmen ansehen, mit diesen kreativ sein und neue Ideen entwickeln.

Datensicherheit als A&O

Das Grundverständnis von Datensicherheit in den USA ist bekanntermaßen nicht deckungsgleich mit dem Deutschen und es ist laut Thoms „verständlich, dass Menschen aus verschiedensten Motiven Sorgen haben, ihre Daten preiszugeben“. Daher sei eine Zweckbindung der Daten und eine Kopplung an einen Service-Gedanken unausweichlich. Für ihn ist „Datensouveränität“ das neue Schlagwort: Es gehe nicht darum, Datensammlungen per se zu verteufeln, sondern darum, sie vor ungewollten Analysen zu schützen.

Fastner stimmt zu und ergänzt: „Wir beobachten, dass unsere Kunden Datensicherheit mit höchster Priorität und Sorgfalt behandeln.“ Denn letztlich hängt auch der Erfolg jedes Unternehmens an der eigenen Datensicherheit. Daten werden mittlerweile als „das neue Öl“ gehandelt und es liegt daher logischerweise im eigenen Interesse jedes Unternehmens, diese zu schützen. In Kombination mit einem rechtlichen Rahmen und unternehmensweiten Datensicherheitsrichtlinien können Analysen auch einen erheblichen Mehrwert für die Datensicherheit bieten. Doch die fehlende Innovationsfreudigkeit der deutschen Industrie führt dazu, dass viel Potential in die USA  abwandert. Dabei ist Deutschland forschungsseitig exzellent aufgestellt und man hat laut Jack Thoms „die besten Leute“ hier. Um den Anschluss in der Innovationskette jedoch nicht zu verlieren, braucht es dringend mehr Risikobereitschaft.

 

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Freitag, der 10. Februar 2017

Big Data als Chance für die Schiene

MRCE Lokomotive

Vorweg einmal Hand aufs Herz: Wer hat noch nicht über die Pünktlichkeit der Bahn geschimpft? So gut wie jeder Deutsche hat seinen Ärgernissen mit dem Transportmittel schon einmal Luft gemacht, kaum ein Thema eignet sich so gut zum Smalltalk. Doch es gibt gute Nachrichten: Die Digitalisierung nimmt auch in der Mobilitätsbranche Fahrt auf. Industrie 4.0 wird greifbar.

Siemens hat die Zeichen der Zeit erkannt und Digital Services ins Leben gerufen. Dieser macht es durch das Sammeln und Analysieren unzähliger Online-Daten der Lokomotiven und ihrer Sensoren möglich, Vorhersagen über Zugausfälle zu treffen und präventiv zu handeln. Dies geschieht bereits sehr erfolgreich in Spanien: Der Hochgeschwindigkeitszug Velaro E verkehrt zwischen Barcelona und Madrid mit einer Pünktlichkeit von 99 Prozent. Auch in Deutschland ist ein solcher Zug unterwegs, der neue Viersystem ICE der Deutschen Bahn. Hier wird ebenfalls das neue „Prescriptive Maintenance“ – Modell angewendet. Um diese riesigen Datenmengen zu verarbeiten bedarf es allerdings einer stabilen Daten-Infrastruktur. Hier kommt die Teradata ins Spiel: Sie liefert die passenden Big Data-Lösungen und sorgt so für eine möglichst effiziente Zusammenarbeit.

Sorgenkind Schienengüterverkehr

Millionen von Menschen und Gütern rollen jährlich auf den Schienen von A nach B. Angesichts der zunehmenden Verlagerung auf den Straßentransport ist die Innovation von Siemens  auch hier essentiell. Denn das Motto „Zeit ist Geld“ ist vor allem im Güterverkehr allgegenwärtig. Das spürt Rainer Beller, Geschäftsführer und CTO der Mitsui Rail Capital Europe GmbH, besonders deutlich. Im ständigen Wettbewerb mit der Straße erwarten die Kunden seiner Leasingfirma für Güterzug-Lokomotiven Stillstandserwartungen so genau wie möglich. Auf dem Mediaevent von Teradata und Siemens zur Digitalisierung in der Transport-und Mobilitätsbranche bescheinigt er dem Schienenverkehr angesichts der schleppenden Technologisierung dringenden Aufholbedarf. Denn im Gegensatz zur Automobilindustrie sind im Eisenbahnsektor in Punkto Sicherheit und Zulassung hohe Hürden zu bewältigen, was die technische Entwicklung bereits im Vorfeld stark verlangsamt. Eine starke Partnerschaft, zum Beispiel mit Siemens Mobility Services, ist für die MRCE unerlässlich. Kombiniert mit ihrer langjährigen Erfahrung im Instandhaltungsmanagement ist diese für beide Seiten profitabel.

Europaweite Zusammenarbeit

Um den Güterverkehr auf der Schiene konkurrenzfähig zu halten, fordert Rainer Beller außerdem eine stärkere Zusammenarbeit der europäischen Länder. Es reiche nicht mehr aus, die Vernetzung im Kleinen zu betrachten, man müsse sich von Insellösungen verabschieden und die Eisenbahnsysteme länderübergreifend betrachten. So könnten gemeinsame Korridore Transporte über größere Distanzen vereinfachen. Dies wird laut Rainer Beller früher oder später aber auch die Frage aufwerfen, wem welche Daten gehören – hier gibt es auf europäischer Ebene noch einiges zu tun.

 

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