Podcast: Das IoT als zweite Chance für Telkos

By | Montag, der 13. März 2017

Telcos und das Internet der Dinge

Hören Sie Dr. Stefan Schwarz in unserem zweiten Podcast zum Thema Internet der Dinge als zweite Chance für Telekommunikationsanbieter:

Podcast: Das IoT als zweite Chance für Telkos

Podcast: Das IoT als zweite Chance für Telkos

 

 

 

 

 

Im Internet der Dinge spielen Telekommunikationsunternehmen (kurz: Telkos) eine Schlüsselrolle. Egal welche Geräte über das Internet miteinander kommunizieren – alle Kommunikation läuft über ihre Leitungen. Können die Telkos daraus Profit ziehen? Natürlich nehmen die Kommunikationsinhalte zu, wenn mehr und mehr Sensoren miteinander in Verbindung treten. Trotzdem besteht für die großen Telkos die Gefahr, zu einer Dumb Pipe zu werden, also zu einem Anbieter, der lediglich die Leitung bereitstellt. Das wäre auf lange Sicht schwierig, da dann nur der Preis als Differenzierungsmerkmal bliebe.

Diese Befürchtung ist nicht ganz unberechtigt. Denn große Chancen hatten Telkos bereits in der Vergangenheit im „Internet der Menschen“, also im Endkundengeschäft. Doch als das Internet Einzug in die Privathaushalte hielt und später als ständiger Begleiter auf dem Mobiltelefon zur Verfügung stand, ließen sich die Telkos von den Googles und Amazons den Schneid abkaufen. Heute machen diese Internetkonzerne auf Basis der von Telkos bereitgestellten Leitungen das große Geschäft.

 

Telkos bieten Analytics als Serviceleistung

Damit sich das im Internet der Dinge nicht wiederholt, müssen Telekommunikationsanbieter innovative Geschäftsmodelle entwickeln. Die Chance besteht: Fast jedes Unternehmen kann aus dem Internet der Dinge Nutzen ziehen. Aber nur die wenigsten Firmen haben die Möglichkeit, umfangreich in Personal, IT-Infrastruktur und Analyseverfahren zu investieren. Hier könnten die Telkos ins Spiel kommen und etwa Einzelhändler oder Produktionsunternehmen bei deren Analysen unterstützen. Ein solches Analytics as a Service-Angebot ist selbst für größere Mittelständler oder gar Konzerne interessant, die sich so ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren möchten.

Bereits heute arbeiten Telkos projektbezogen mit Partnern zusammen, um etwa einen Automobilzulieferer bei Analysen seines Maschinenparks zu unterstützen. Teradata hilft in Sachen Datenvorhaltung und –analyse, ein weiteres Unternehmen nimmt direkt Änderungen an den Maschinen vor, während der Telekommunikationsanbieter als Generalunternehmer fungiert. Er kann das Vorgehen weiterhin mit Machine-Learning-Verfahren verbessern und zunehmend automatisieren. Beim Telekommunikationsanbieter laufen also alle Fäden zusammen – er ist das Gegenteil einer Dumb Pipe.

Einen Schritt weiter gehen gemeinsame Plattformen, auf denen mehrere beteiligte Unternehmen ihre Daten einspeisen. So entsteht eine umfangreichere Datenbasis; die Analysen sind dadurch noch aussagekräftiger. Telko sind ideal geeignet, eine solche Plattform für ihre Kunden zu verwalten und eine entsprechende Governance-Struktur einzurichten – bei ihnen laufen ohnehin alle Leitungen zusammen. Die Chancen, die das Internet der Dinge Telkos bietet, sind also vielfältig und weitreichend. Anders als im Internet der Menschen sollten sie diese Chancen schnellstmöglich ergreifen. Es ist nicht sicher, ob sie eine dritte bekommen werden.

 

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